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Wie selbstständig bin ich?

Pflegebedürftigkeit

Vom Antrag bis zur Pflegeleistung

Im elften Sozialgesetzbuch (abgekürzt SGB XI) definiert der Gesetzgeber ganz genau, was wir unter „pflegebedürftig“ verstehen müssen. Das Gesetzbuch und die Begutachtungsrichtlinien legen fest, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um einen Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung zu haben.

Bin ich schon pflegebedürftig?

Grundsätzlich ist man nach dem Gesetz nur pflegebedürftig, wenn ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es müssen gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder Fähigkeiten vorliegen.
  • Dadurch muss Hilfe durch eine andere Person notwendig sein.
  • Die körperlichen, kognitiven (das Denkvermögen betreffende) oder psychischen Beeinträchtigungen oder Belastungen müssen so stark sein, dass diese nicht selbständig durch den Betroffenen ausgeglichen oder bewältigt werden kann.
  • Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich mindestens sechs Monate vorliegen.
  • Die Schwere der Pflegebedürftigkeit muss einen bestimmten Grad überschreiten.

WICHTIG ZU WISSEN: Es geht bei der Bewertung bei der Begutachtung nicht um die Schwere der Erkrankung oder das Vorliegen bestimmter Diagnosen, sondern alleine um das  Maß der Selbständigkeit und der krankheitsbedingten Auffälligkeiten des Pflegebedürftigen in den folgenden Bereichen bzw. MODULEN.

Nur 6 Module bestimmen den Pflegegrad

  • Modul 1 Mobilität – Körperliche Beweglichkeit, z. B. ob die Person allein aufstehen und vom Bett ins Badezimmer gehen kann oder ob sie sich selbstständig im Wohnbereich fortbewegen und Treppen steigen kann.
  • Modul 2 Kognitive (geistige) und kommunikative Fähigkeiten – Verstehen und Reden, z. B. ob die Person sich zeitlich und räumlich orientieren kann, ob sie Sachverhalte versteht, Risiken erkennen und Gespräche mit anderen Menschen führen kann.
  • Modul 3 Verhaltensweisen und psychische Problemlagen – Hierunter fallen unter anderem Unruhe in der Nacht oder Ängste und Aggressionen, die für die pflegebedürftige Person und andere belastend sind, aber auch die Abwehr pflegerischer Maßnahmen.
  • Modul 4 Selbstversorgung – z.B. inwieweit sich die Person selbstständig waschen, ankleiden,inwieweit sich die Person selbstständig waschen, ankleiden,inwieweit sich die Person selbstständig waschen, ankleiden, die Toilette aufsuchen, sowie essen und trinken kann.
  • Modul 5 Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen und Belastungen –  ob die Person die Fähigkeit hat, Medikamente selbst einzunehmen, Blutzuckermessungen selbst durchzuführen, zu deuten, ob sie mit Hilfsmitteln wie Prothesen oder einem Rolator zurechtkommt und den Arzt aufsucht.
  • Modul 6 Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte – die Fähigkeit, den Tagesablauf selbstständig zu gestalten, mit anderen Menschen in direkten Kontakt zu treten oder die Skatrunde ohne Hilfe zu besuchen.

GUT ZU WISSEN

Mit steigender Pflegebedürftigkeit ist meist auch die Fähigkeit zur selbstständigen Haushaltsführung eingeschränkt. Diese Fähigkeit wird während der Begutachtung zwar abgefragt, geht aber nicht in die Bestimmung des Pflegegrades ein. Diese Fragestellung dient in erster Linie als Hintergrundinformation für die Erstellung eines individuellen Versorgungsplanes.

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